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Dienstag, 25. Juni 2002 Johannisnacht im Monschauer Land: So wenig bunter Ahorn wie selten zuvor - Sägemehl und abgebrochene Schilder (Bericht aus der EN)
Die Johannisnacht - das ist in den sieben Orten der Stadt Monschau und teilweise auch noch in Eicherscheid und Huppenbroich das Pendant zur Mainacht im Rest der Region. Den wesentlichen Unterschied gibt die Natur vor;
Während in der Mainacht Birkenzweige mit dem ersten zarten Grün versehen und vor der Türe gesetzt werden, ist es in der Johannisnacht in der Woche vor Kirmes traditionell der Ahorn, der für die Liebesbekundung herhalten muss.
Brauchtum verblasst
Ebenfalls aus der Tradition werden seit jeher auch die Gaststätten des Ortes mit einer solchen Sympathiekundgebung geschmückt. Und genau so hat es Tradition, in der Johannisnacht allerhand Unfug zu treiben - bevorzugt bei Zeitgenossen, die sich im vergangenem Jahr unbeliebt gemacht oder schlichtweg vergessen haben, ihre Blumenkästen und Gartenmöbel in Sicherheit zu bringen. Doch das eigentliche Brauchtum verblasst zusehens. Zwar waren auch in der Nacht zum Montag zahlreiche Horden junger Männer auf Traktoren und Lkw oder Pkw-Anhängern unterwegs, die mittels riesiger Lautsprecher zur mobilen Discothek umfunktioniert worden waren. Mit an Bord: allerhand alkoholische Getränke und die klassischen Utensilien wie Säge, Draht und Sägemehl. Letzteres fand sich dann am Montagmorgen vor allem in Konzen in den Straßen Kirchenweg und Königshof sowie Trierer Straße so reichlich, dass beim Ordnungsamt in Monschau eine Beschwerde einging und der Bauhof ein Kehrkommando heraus schicken musste.
Insgesamt sprach aber Vinzenz Klein vom Ordnungsamt von einer "ruhigen Johannisnacht". Es seihen zwar "etliche Gruppen unüberhörbar unterwegs gewesen", doch habe sich insbesondere die in den letzten Jahren verstärkt beklagte Sachbeschädigung im Rahmen gehalt. Vinzenz Klein hat beobachtet, dass "selten so weinge Johannisbäumegesetzt" worden sind. Auch an Gaststätten seinen nur noch vereinzelt "Jansmaie" zu sehen, so Klein. Das passt ins Bild, dass als einziges Lokal weit und breit McDonalds in Imgenbroich einen schönen Maibaum bekommen hatte...
Die Liste der bis Gestern registrieten Beschädigungen hielt sich allerdings auch in Grenzen: Ebenfalls in Konzen wurden mehrere Blumenkübel und -kästen beschädigt, in Mützenich wird wohl die Allgemeinheit für zwei abgebrochene Verkehrsschilder aufkommen müssen, und in Imgenbroich wurde, auch fast schon tranditionell, die "Verkehrsberuhigung Hengstbrüchelchen" wegetragen.
Auch die Polizei sprach von einer "recht ruhigen Nacht". Kurios, was in solchen Nächten an Notrufen der Polizei eingeht. So meldete Bereits ein Anrufer um 23.30 Uhr am Sonntagabend "Hunderte von Jugendlichen, die über die Hauptstraße laufen und vorbeifahrende Autofahrer anpöbeln". Die dort hin geeilte Streife schrieb später ins Einsatzbuch:"Es waren 20 Jungednliche und die waren friedlich".
In der Laufenstraße in Monschau wurden nach Zeugenangaben am frühen Montagmorgen "ein Kleinwagen von drei jungen Männern entwendet". Allerdings hatte sich bis gestern Mittag niemand gemeldet, der das Auto vermisste... Auch von einem gemeldeten "Diebstahl von Baugeräten in Huppenbroich" fand die Polizei bei Eintreffen keine Spuren mehr, so gestern Morgen die Pressestelle der Polizei.
Fazit: Immer mehr junge Männer nutzen die Johannisnacht eher zu Open Air-Feten denn zur Brauchtumspflege.
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